Owncloud - jetzt Kontakte und Kalender auf eigenen Server umziehen

Erstellt von Ephraim Härer | |   Anleitungen
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Meine Daten auf meinem Server in Deutschland, keine Abhängigkeit mehr von Google, Apple und Co? Für mich mittlerweile immer wichtiger geworden.

Mit der Zeit ist es für mich immer wichtiger geworden, dass meine Cloud-Daten wie z.B. Kalender oder Kontakte mit meinem eigenen Server oder Hoster synchronisiert werden und nicht mit irgendwelchen Servern von Google, Facebook oder Apple. Meine Daten sollen für mich immer transparent auf einem Server in Deutschland liegen und für mich jederzeit abrufbar sein.

Durch das Abschalten von Diensten wie Google Reader, welcher von unglaublich vielen Internetnutzern in Anspruch genommen wird, wird der Ruf nach eigenen Diensten welche jederzeit kontrollierbar sind wieder lauter.

Der Umstieg auf einen Selbstgehosteten Dienst wie Owncloud ist dabei für versierte Internetnutzer und Webentwickler kein besonders großer Aufwand. Seit geraumer Zeit nutze ich selbst für Kalender und Kontakte die Community-Edition von Owncloud auf meinem eigenen Server. Hierfür möchte ich einen kurze Anleitung geben, wie die eigenen Dienste für Kalender und Kontakte unter Android, iOS und Windows genutzt werden können.

  • Schritt 1: Owncloud auf dem eigenen Server installieren
  • Schritt 2: Kalender in Owncloud anlegen
  • Schritt 3: alle Google Kalender exportieren und in Owncloud importieren (z.B. den persönlichen Kalender und den Feiertagskalender)
  • Schritt 4: alle Kontakte exportieren und in Owncloud importieren
  • Schritt 5: Android-Geräte mithilfe von CardDAV-Sync und CalDAV-Sync mit der eigenen Cloud synchronisieren (Kosten ca. 4 bis 5 Euro für beide Apps, Anleitung CardDAV und CalDAV)
  • Schritt 6: iOS-Geräte per CardDAV und CalDAV mit der eigenen Cloud synchronisieren (Anleitung hier)
  • Schritt 7: Owncloud-Kalender mit Thunderbird synchronisieren (allgemeine Anleitungen)

Die Synchronisierung der Owncloud-Kontakte mit Thunderbird sollte mit dem Thunderbird-Plugin von SOGo funktionieren. Bisher konnte ich die Synchronisierung damit jedoch noch nicht erfolgreich durchführen.

Zur Synchronisierung der Dateien in der eignen Owncloud gibt es kostenlose Apps für Android, iOS und Desktopprogramme für Windows, Mac-OS und Linux. Damit lassen sich die Dateien auf allen derzeit verbreiteten Betriebssystemen nutzen und synchronisieren und bieten den gleichen Komfort wie z.B. Apples iCloud, Microsoft SkyDrive oder Google Drive.

Mein bisheriges Fazit: Die Synchronisierung meiner Kontakte und meiner Kalender mit meinen Android- und iOS-Geräten funktioniert hervorragend und Google und Apple bleiben außen vor. Die Synchronisierung der Kalender stellt mit Thunderbird ebenfalls kein Problem dar.

Der Dateiaustausch stellt auf allen gängigen Betriebssystemen keinerlei Probleme dar und lässt sich hervorragend Betriebssystemübergreifend nutzen.

Das Sorgenkind bleiben Programme wie Microsoft Outlook oder die Synchronisation der Kontakte mit Thunderbird. Ich denke aber, dass es über kurz oder lang eine Lösung dafür geben wird.

Aussicht in Zukunft: Wer bisher den Google Reader für seine RSS-Feeds genutzt hat, wird sich ab dem 1. Juli eine Alternative suchen müssen. Das News-Plugin für Owncloud wird dann hoffentlich in Zukunft eine vollständige Alternative bieten und von News-Readern auf allen Plattformen unterstützt werden (z.B. Reeder auf iOS).

Kosten für die eigene Cloud: Für iOS-Geräte bietet Owncloud Schnittstellen für Kalender und Kontakte, dadurch entstehen keinerlei Kosten. Zur Synchronisation von Android-Geräten bieten sich die Apps CardDAV-Sync und CalDAV-Sync an, welche zusammen ca. 5 Euro kosten. Ein geeignetes Webhosting-Paket erhält man ab ca. zwei Euro pro Monat. Falls eine ssl-Verschlüsselung erwünscht ist, kann man ein geeignetes Zertifikat mit zusätzlichen Kosten erwerben. Alles in Allem kostet einen die eigene Cloud also ca. zehn Euro pro Monat und damit ca. 120 Euro im Jahr. Ob man dies für seine eigene Cloud ausgeben möchte, ist natürlich jedem selbst überlassen.

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